22. September 2026

Ausschreibung eröffnet und neue Hauptjury

True Story Award 2027

Ab dem 22. September 2026 können Reportagen aus aller Welt für den True Story Award 2027 eingereicht werden. Der internationale Journalismuspreis wird zum sechsten Mal verliehen und zeichnet herausragende Arbeiten in den Kategorien Research, Storytelling und Impact aus. Gleichzeitig übernimmt eine neue internationale Hauptjury: Sie löst jenes Gremium ab, das den Award seit der Gründung geprägt hat.

Die Ausschreibung ist eröffnet

Ab sofort können veröffentlichte Reportagen aus aller Welt für den True Story Award 2027 eingereicht werden. Ziel des Awards ist es, Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt am jährlich durchgeführten True Story Festival zusammenzubringen und den Austausch mit dem Publikum und untereinander in Bern zu fördern.

Drei Kategorien

"Research" würdigt herausragende journalistische Recherche. Bewertet werden unter anderem der Umfang der Nachforschungen, der zeitliche Aufwand, die Analyse von Daten, die Schwierigkeit der Informationsbeschaffung sowie Risiken, die bei der Recherche eingegangen wurden.

"Storytelling" würdigt die aussergewöhnliche sprachliche Qualität einer Reportage. In die Bewertung fliessen Aufbau und Komposition des Textes ein, die Verbindung von Fakten und erzählerischen Elementen, die sprachliche Eleganz sowie die literarische Qualität des Sachtexts.

"Impact" würdigt die gesellschaftliche Wirkung einer Reportage. Berücksichtigt werden der Nachrichtenwert, die Resonanz bei Leserinnen und Lesern sowie mögliche Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Idealerweise vereint eine ausgezeichnete Reportage Stärken in allen drei Bereichen. Bei der Einreichung muss jedoch entschieden werden, in welcher Kategorie der eigene Text vorzugsweise bewertet werden soll. Das Bewerbungsverfahren bleibt unverändert.

Teilnahmebedingungen

Die Ausschreibung läuft bis zum 31. Oktober 2026, 12.00 Uhr UTC. Eingereicht werden können Reportagen, die zwischen dem 1. Oktober 2025 und dem 30. September 2026 veröffentlicht wurden. Zugelassen sind Texte in zehn der wichtigsten Weltsprachen sowie Übersetzungen von Originaltexten, die nicht in einer dieser Sprachen verfasst wurden. Auch Redaktionen können Reportagen aus ihren Publikationen einreichen.

Die Jury aus renommierten Expertinnen und Experten aus Journalismus, Verlagswesen, Bildung und Literatur liest und bewertet sämtliche eingereichten Texte. Für jede Kategorie und Sprachregion wird eine Autorin oder ein Autor für den True Story Award 2027 nominiert. Insgesamt werden 36 Journalistinnen und Journalisten nach Bern eingeladen, zur Preisverleihung und zum True Story Festival, das vom 3. bis 7. Juni 2027 stattfindet. Vor Ort wählt die Hauptjury aus den nominierten Reportagen die drei Gewinnertexte. Das Preisgeld beträgt pro Kategorie 20'000 US-Dollar.

Wechsel in der Hauptjury

Seit der Gründung des True Story Award im Jahr 2019 waren die sieben Mitglieder der Hauptjury das Aushängeschild des Preises gegenüber der Welt. Jedes Jahr wurden ihnen die 36 nominierten Texte vorgelegt, die zuvor von der globalen Jury aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Länder und Sprachen ausgewählt worden waren. Die Debatten dauerten jeweils mehrere Stunden, bis unmittelbar vor der Preisverleihung die Gewinnertexte feststanden. Angesichts der aussergewöhnlich hohen Qualität der Einsendungen aus aller Welt wurde dabei hart gerungen.

Nach sieben Jahren tritt diese Hauptjury zurück. Sie bleibt der True Story Foundation jedoch erhalten: Ihre Erfahrung, ihr Fachwissen und ihre Perspektiven fliessen künftig in anderen Funktionen ein. 

Die neue internationale Hauptjury

Für den True Story Award 2027 übernimmt eine neue Hauptjury. Ihr gehören an:

  • Can Dündar (Türkei/Deutschland), ehemaliger Chefredakteur von Cumhuriyet, Dokumentarfilmer und Autor. Nach einer Verurteilung wegen Spionage lebt er im Exil in Berlin.

  • Sheila Coronel (Philippinen/USA), Gründerin des Philippine Center for Investigative Journalism und Professorin an der Columbia University. Sie lebt in New York und Manila.

  • Peter Hessler (USA/China), Journalist und Redakteur beim New Yorker, Autor von vier Büchern über China und ehemaliger Literaturdozent in China. Er lebt im Westen Colorados.

  • Ramita Navai (Iran/Grossbritannien), Journalistin, preisgekrönte Dokumentarfilmerin und Autorin von «City of Lies: Love, Sex, Death and the Search for Truth in Tehran». Sie lebt in London.

  • Kamel Daoud (Algerien/Frankreich), Schriftsteller und Journalist, arbeitete für Le Quotidien d'Oran und erhielt für seinen jüngsten Roman «Houris» den Prix Goncourt. Er lebt in Paris.

  • Dinesh Balliah (Südafrika), Direktorin des Wits Centre for Journalism, tätig in zahlreichen Vorständen von Medienunternehmen. Sie lebt in Johannesburg.